Betonsanierung
Der Beton, insbesondere jedoch der Stahlbeton, prägte unsere Umwelt wie kein anderer Baustoff zuvor.
Kein Wunder also, dass viele ihn als Jahrhundertbaustoff bezeichneten.
Viele moderne und interessante Bauprojekte wurden durch seine Erfindung erst realisierbar. ( Kunstbauten, Wasserbauwerke, Tiefgaragen, Parkhäuser, Klärwerke, Kragplatten, Brücken hoher Spannweiten usw. )
Nahezu jeder maßte ihm eine extrem lange Haltbarkeit und höchste Wartungsfreiheit zu. Im Laufe der Zeit jedoch zeigten sich erhebliche Schäden, die auf gravierende Ausführungsfehler und Missachtung chemischer und physikalischer Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen sind.
Ursachen für Betonschäden sind:
- zu geringer Zementgehalt,
- zu geringe Betonüberdeckung der Bewehrung,
- zu hoher Wasser/Zementwert (W/Z-Wert),
- schlechte Verdichtung des Frischbetons (Nester, Lunker, Hohlräume),
- keine Nachbehandlung des Frischbetons.
Diese Schäden treten dann in Form von Gefügeabplatzungen und Rissen auf, die im schlimmsten Fall die völlige Zerstörung des Bauteils zur Folge haben. Nicht selten kam es durch diese Fehler schon zu Einstürzen ganzer Gebäude.
Wie aber kann es überhaupt zu solchen Schäden kommen ?
Stahlbeton ist im Wesentlichen eine Mischung aus Zement, Wasser, Sand und Kies der Bewehrungsstähle eingelegt werden. Zement und Wasser beginnen nach dem Anmischen relativ schnell zu reagieren. Da es sich hierbei um eine Umsetzung von Wasser und Zement handelt, bezeichnet man diese Reaktion als Hydratation. Mit der Hydratation entsteht Calciumhydroxid, das im Wesentlichen die Alkalität des Betons bestimmt. Diese Alkalität ist für die Lebensdauer des Betons von ganz besonderer Bedeutung, da sie den Korrosionsschutz der eingelegten Bewehrungsstähle bietet. Ein ausreichender Korrosionsschutz befindet sich im ph-Wert-Bereich von 10 – 13. Wird nun im Laufe der Zeit ein ph-Wert von 10 unterschritten, befinden sich die Bewehrungsstähle in einem korrosionsbereiten Zustand. In Gegenwart von Sauerstoff und Wasser korrodieren die Bewehrungsstähle und die ersten Schäden werden sichtbar.
Diesen fortschreitenden Verlust der Alkalität nennt man auch Carbonatisierung. Mogliche Schadensursachen für den Verlust der Carbonatisierung sind gasförmige und wasserlösliche Schadstoffe, sowie thermische Zugspannungen.
Um eine erfolgreiche und dauerhafte Betonsanierung durchzuführen, ist es wichtig, die Schadensursache festzustellen. Nachfolgende Untersuchungsmethoden bieten sich an:
- Optische Überprüfung nach Abplatzungen, Rissen, Rostfahnen, Absanden
- Beurteilung der Druck- und Abrissfestigkeit.
- Hammerproben – Bestimmung der Carbonatisierungstiefen am Objekt mit
Phenolphthalein oder Thymolphthalein als Indikatoren
(Alkalische Farbreaktion)
- Messung der Betonüberdeckung.
- Schadstoffanalyse zur Feststellung des Chlorid-Ionengehaltes durch
Bohrkernscheibenprüfung im Labor.
Nach Prüfung und Feststellung der Schadensursache setzen wir geeignete Instandsetzungsmaßnahmen ein. Zusätzlich ist es erforderlich, die Betonflächen dauerhaft vor weiteren Umwelteinflüssen zu schützen. Hier haben sich CO2-dichte und carbonatisierungsbremsende Anstriche und Hydrophobierungen in den letzten Jahren bewährt, weil sie eine optimale Sicherheit bieten.
letzte Überarbeitung 05 / 2009 Copyright © - Grebing-Bauunternehmung